Sonnenaufgang auf der Mondspitze (1967 m) im Brandertal

Von Martin Stiegler

Die Mondspitze (1967m) im Brandertal bietet einen beeindruckenden Panoramablick auf das Vorarlberger Rheintal, ins Rätikon und in den Walgau. Und am besten genießt man diese Aussicht bei Sonnenaufgang. Deshalb beschließen wir ein Biwak unweit unterhalb des Gipfels aufzuschlagen um pünktlich zum ersten Licht der Sonne auf der Mondspitze zu sein.

Am späten Nachmittag machen wir uns auf den Weg Richtung Brandnertal. Wir fahren Richtung Bürserberg und von dort auf die Tschengla, wo sich ein Wanderparkplatz befindet.

Unser erstes Zwischenziel ist die Ronaalpe. Diese liegt auf einem Hochplateau Tschengla auf 1.250 m oberhalb von Bürserberg, ca. 10 Minuten vom Wanderparkplatz Tschengla entfernt. Vom Wanderparkplatz aus geht es über den Güterweg direkt zur Alpe.

Leckeres Abendessen auf der Ronaalpe

Die Alpe Rona bietet neben einer Schausennerei allerlei lokale Alpprodukte zum Verkauf. Neben dem leckeren, selbstgemachten Käse ist vor allem der Heidelbeer-Milchshake zu empfehlen.
Geöffnet ist die Alpe übrigens von Juni bis Mitte September täglich von 8 bis 19 Uhr und ist auch ohne Bergbesteigung einen Ausflug wert.

Wir bestellen uns als Abendessen zweimal die hervorragende Käseplatte mit je einem Heidelbeer-Milchshake.

Käseplatte und Heidelbeer-Milchshake auf der Alpe Rona in der Tschengla

Gut gestärkt folgen wir dem gut markierten Wanderweg Richtung Furklaalpe. Von dort folgt man einfach weiter dem gut angeschriebenen Weg Richtung Mondspitze. Mittlerweile bricht schon langsam die Nacht herein.

Nach ca. 5km erreichen wir das Garsellijoch, wo wir direkt unter der Wegkreuzung das Tagesziel unserer Wanderung erreichen. Hier, auf ebener Fläche neben dem Brunnen schlagen wir unser Zelt auf.

Aussicht auf den Gipfel der Mondspitze im Brandnertal

Die Milchstraße leuchtet über der Mondspitze

Die Aussicht beeindruckt auch in der Nacht: Richtung Tag leuchten die Lichter der Städte und Dörfer unter uns und gehen fließend in den Sternenhimmel über. Über Mondspitze und Silvrettamassiv, taucht die heute gut zu sehende Milchstraße auf.

Wegen der Lichtverschmutzung ist der Anblick der Milchstraße leider selten geworden.

Milchstrasse über der Mondspitze

Aufgrund der Lichtverschmutzung ist dieser Anblick für die meisten von uns selten geworden. Gerade in dicht besiedelten Regionen um die Städte wird der Nachthimmel leider oft durch die Zivilisation überstrahlt. Deshalb werden die meisten Menschen das Nachtfirmament mit der Milchstraße leider nie so klar sehen.

Die heutige Nacht zeigt wieder einmal mehr dass es sich lohnt sich manchmal etwas von der Zivilisation zu entfernen. Und sei es auch nur eine Stunde zu Fuß wie hier. Auf einer Bergtour gepaart mit einer kühlen Nacht sieht man die Sterne auf einmal klarer als je zuvor! Wie schön muss dann die der Himmel tiefer in der Wildniss erst sein?

Nachdem die Temperaturen mittlerweile stark gesunken sind kriechen wir in unser Zelt und die warmen Schlafsäcke.

Biwak mit dem North Face Assault Zelt
Zeit in das Zelt zu kriechen, wir wollen ja ausgeschlafen bei Sonnenaufgang am Gipfel der Mondspitze sein.

Aufbruch vor Sonnenaufgang

Frühzeitig klingt der Wecker und wir brechen noch vor Sonnenaufgang in Richtung Mondspitze auf. Im Licht unserer Stirnlampen erreichen wir das Kamperasättele wo der Wanderweg nun links Richtung Gipfel abzweigt.

Sonnenaufgang von der Mondspitze aus gesehen

Langsam wird es heller und der Tag bricht an. Nach ein paar Aufschwüngen erreichen wir einen der schönsten Aussichtsgipfel im Walgau.

Gipfelselfie auf der Mondspitze
Ein Gipfelfoto gehört zu jeder Bergtour dazu.

Zeitgleich mit der Sonne die sich am Horizont erhebt stehen wir auf dem Gifpel. Das ungewöhnliche Gipfelkreuz der Mondspitze erstrahlt im ersten Licht des neuen Tages.

Der Gipfel der Mondspitze mit Gipfelkreuz bei Sonnenaufgang
Das Gipfelkreuz der Mondspitze bei Sonnenaufgang.

Da wir unser Zelt am Biwakplatz zurückgelassen haben, gehen wir den selben Weg wieder zurück nach unten.

Ansonsten bietet sich das Weitergehen zum Schillersattel an. Von hier aus geht es dann wahlweise zurück ins Tal oder weiter zum Schillerkopf. Da der Weg zum Schillerkopf teilweise ein relativ ausgesetzter Steig ist (Blau-Weisse Markierung) ist diese Tour eher für schwindelfreie Bergfexen. Dafür wird der trittfeste Wanderer dann mit einem Einblick ins Kessiloch belohnt. Das Naturdenkmal Kessiloch ist mit 300m Durchmesser die größte Doline (also Einsturzkrater) Vorarlbergs. Mehr dazu in unserem Bericht zur Wanderung auf den Schillerkopf.

Nachdem wir unseren nächtlichen Zeltplatz erreicht haben und das ganze Material im Rucksack verstaut wurde, geht die Wanderung weiter bergab Richtung Rona-Alpe.

Dort genehmigen wir uns als Frühstück wieder die berühmte Käseplatte der Alpe Rona und stoßen mit einem Heidelbeer-Milchshake auf eine gelungene Bergtour an.

 

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