Steile Faces, enge Couloirs, Geschwindigkeit am Limit. Harte Schläge im zerfahrenen Schnee. Voller Druck auf dem Außenski, wenn du den nächsten Carve bis zum Anschlag durchziehst. Genau hier zeigt sich, ob das Material einfach nur gut aussieht oder ob es wirklich funktioniert. In solchen Momenten braucht es einen Helm, der maximale Sicherheitsreserven bietet und so perfekt sitzt, dass man ihn nach wenigen Schwüngen nicht mehr wahrnimmt.
Genau für diese Mischung aus Freeride und Highspeed ist der neue ZAG Send Mips gedacht. Die Kultmarke aus Chamonix wagt sich hier in eine neue Produktkategorie. Ich habe getestet, ob er abliefert, wenn es schnell, steil und ruppig wird.
ZAG bringt mit dieser Saison zwei Helm-Modelle auf den Markt. Einen leichten, stark belüfteten Tourenhelm (STEALTH 3NORM) und den ZAG Send Mips, einen freeride-orientierten Helm. Diesen hatte ich jetzt ca. 30 Skitage im Einsatz.

Gewicht und Ausstattung des ZAG Send Mips
Schauen wir uns zuerst mal die technischen Features an. Der Helm in Größe M hat abgewogene 464 Gramm. Damit ist man am unteren Ende des möglichen Gewichts für einen ernsthaften Freeride-Helm, der den Kopf auch gut schützt.
Will man den Helm noch leichter haben, muss man auf Features wie verstellbare Belüftung verzichten und landet dann bei einem Tourenhelm mit ca. 80-100g weniger Gesamtgewicht. Wobei ich aus persönlicher Erfahrung sagen kann, dass sich jeder Helm unter 500g leicht am Kopf anfühlt. Beim Fahren selbst merkt man durch das geringe Gewicht des ZAG Send kaum, dass man einen Helm auf dem Kopf hat. Dazu trägt auch die angenehme Passform bei.

Passform und Größenanpassung
Ich bin mit meinen 57,5cm Kopfumfang genau an der Grenze oberen Grenze für den ZAG Send in Größe M. Der Helm verfügt über eine sogenannte Fit 3D Anpassung. Über ein Drehrad auf der Hinterseite lässt sich der Helm präzise an die eigene Kopfform anpassen. Dies funktioniert bei diesem Helm auch richtig gut – im Inneren schmiegt sich das weiche Polster des Helms über mehrere “Seilzüge” an den Kopf an. Der Druck wird sehr angenehm verteilt, auch wenn man den Helm sehr eng einstellt.
Übrigens: der Drehverschluss läßt sich auch sehr gut mit Handschuhen bedienen.

Bei vielen anderen Helmen läuft die Zugverstellung direkt von der Stirn aus um den Kopf, wodurch der Helm dann unten sehr eng sitzt, oben aber Luft hat. Dadurch kommt es dann oft zu störenden Druckgefühl wenn man den Helm wackelfrei auf dem Kopf haben will.
Gerade wenn man eine Helmkamera nutzt, braucht man richtig guten Halt am Kopf. Sonst schiebt das Gewicht der Kamera in harten Landungen den Helm nach vorne, was sehr unangenehm ist. Bei diesem Helm hier wird die Anpassung vor allem von hinten und nach oben hin erreicht.
MIPS-System: zusätzlicher Schutz bei schrägem Aufprall
Muss man Mips noch genauer erklären? Das patentierte System sorgt dafür, dass bei einem schrägen Aufprall die stark auf den Kopf einwirkenden Rotationskräfte abgemildert werden. Möglich wird dies durch eine frei schwebende Schale, die von der Außenseite des Helms abgekoppelt ist. Dadurch rotiert die Außenschale unabhängig vom frei hängenden Innenteil des Helms. Dies soll die Aufprallenergie etwas mildern.
Nachdem ich öfter mal bei hohen Geschwindigkeiten stürze, nehme ich gerne jede Sicherheitsreserve mit, die ich kriegen kann. Bonuspunkte von meiner Seite also, wenn ein Helm das MIPS-System integriert hat.

Belüftung und Klimakomfort
Eine direkte Belüftung von vorne, welche die Luft nach unten auf die Oberseite der Skibrille leitet, sorgt für beschlagsfreie Sicht beim Fahren. Im Detail hier im Bild zu sehen.

Über einen Hebel auf der Oberseite lassen sich zusätzlich die Lüftungsschlitze an der Oberseite öffnen. Dies sorgt an wärmeren Frühlingstagen für ein angenehmes Klima und hält den Kopf angenehm kühl. So lassen sich auch warme Slush-Sessions genießen, ohne groß ins Schwitzen zu kommen.

Durchdachte Ohrpolster für mehr Komfort
Hier zeigt sich schön die Liebe zum Detail. Viele andere Hersteller sparen bei der Ohrmuschel an Material indem sie diese flach anliegend und ohne Vertiefung herstellen. Nicht so ZAG. Beim ZAG Send Mips sind die Ohrmuscheln ausgeformt, sodass es an den Ohren keinerlei Druckstellen gibt.

Innenfutter und Tragegefühl des ZAG Send Mips
Innen hat der ZAG Send ein angenehmes, weiches Innenfutter verbaut. Dieses schmiegt sich samtig und ohne zu kratzen an den Kopf.
Die Gesamtkombination aus leichtem Gewicht und Passform sorgt dafür, dass man den ZAG Send Mips auf dem Kopf kaum wahrnimmt. Er fährt sich so, als ob man nur ein Beanie an hätte.

Fazit: Für wen sich der ZAG Send Mips lohnt
Der ZAG Send Mips ist ein starker Einstand in eine neue Produktkategorie für ZAG. Der Helm überzeugt vor allem mit seiner sehr gelungenen Passform, dem geringen Gewicht und dem hohen Tragekomfort. Gerade auf langen Skitagen, bei schnellen Abfahrten und im ruppigen Gelände spielt er seine Stärken aus, weil er so unauffällig sitzt, dass man ihn beim Fahren kaum wahrnimmt.
Dazu kommen durchdachte Details wie die gut funktionierende Belüftung, die sauber ausgeformten Ohrpolster und das MIPS-System als zusätzlicher Sicherheitsbonus. Wer einen sportlichen Helm für Freeride, Sidecountry und schnelle Pistentage sucht, bekommt mit dem ZAG Send Mips ein sehr gutes Gesamtpaket.
Der Helm punktet genau mit den Dingen, auf die es am Berg wirklich ankommt: geringes Gewicht, sehr gute Passform, hoher Komfort und ein sicheres Gefühl bei hohem Tempo und in anspruchsvollem Gelände. Wer einen leichten, stylischen Freeride-Helm sucht, der sich fast wie ein Beanie fährt, sollte sich den ZAG Send Mips definitiv genauer anschauen.
Erhältlich ist der Helm aktuell nur bei ZAG direkt.



